Kurz nach meinem Examen dachte ich mir: ‘Ich lese jetzt mal leichte Kost, ich will jetzt schnell ein paar Bücher runterreißen.’ Also stellte ich mich vor unserem Bücherregal auf. Martin hat, was anscheinend eine männliche Attitüde ist, sehr viele Romane von Ken Follet und John Grisham in der Bücherwand. ‘Ach, warum nicht mal sowas?’
Gedacht, getan. Mein “erster Follet” ist der dritte Zwilling. Ich fange an zu lesen und frage mich, weshalb ich das nun mache. Aber ich lese weiter und ärger mich über einen derartigen Blödsinn. Die Klonzwillinge und die dünnbrüstige aber ansonsten drahtige Wissenschaftlerin, die sich durchboxt und einen Skandal aufklärt. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen, viele Seiten konnte ich überblättern, da eh nur Mist daraufstand.
Aber ich konnte mir nach diesem hirnrissigen Buch nicht vorstellen, weshalb Follet so erfolgreich ist. Ich las daher die Leopardin, in der Hoffnung, dieses Buch könne mir seinen erfolgreichen Stil verdeutlichen.
Gleiches Konzept, andere Story. Kleine, dünnbrüstige aber ansonsten drahtige Spionin, die sich durchboxt und in Reims einen erfolgreichen Anschlag auf das Hauptquartier der Nazis verübt. Ganz toll. Man konnte wieder überblättern. Bei einigen Szenen im Buch habe ich mich nur geärgert, dass man Dinge so platt und unverhohlen beschreiben kann. Echt mies.
Nach den beiden Büchern kommt mir der Autor wie ein kleiner Perversling vor, der seine Hollywood-Phantasie in seinen Büchern auslebt. Fies. Und ohne tieferen Sinn. Das ist Pulp Fiction, aber leider ohne Kultstatus. Pulp-Literatur hat durch den Rahmen des Pulps einfach schon wieder einen tieferen Sinn, bei Follet bleibt das leider aus.
Da ist für mich nichts zu erkennen, was lohnenswert ist. Aber weshalb sind seine Bücher so erfolgreich? Ich kann es nicht verstehen. Der Plot wird mit Sex und blutigen Gewaltszenen ausgeschmückt. Und das war’s. Am Ende siegen die Guten gegen die Bösen. Hm… In der Realität siegt im Falle Follet die Vermarktung der Verlage über die Intelligenz der Bürger. Herzlichen Glückwunsch.
Es gibt aber auch gute Bücher von Ken Follet. Er ist halt ein Unterhaltungsautor.
Leserverdummung ist gerade aktuell! Habe gerade zwei Buecher von Dan Brown gelesen und Deine Bewertung trifft auch darauf haargenau zu
Wobei von Follet “Die Saeulen der Erde” noch ok war… wenn auch etwas lang, so doch immerhin noch interessant – wahrscheinlich deshalb, weil es im Mittelalter spielt…
Ich hoffe du hast den guten alten Ken nicht gleich verbrannt.Auch Unterhaltung muss zum Leser passen.Sollte man(vieleicht) weil man kein Mann ist, sich vergriffen haben liegt es nicht immer nur am Autor.Es gibt ja aussreichend Alternativen jeder Richtung.