Klavier-Lullis und kleine Lichtpunkte

  • July 18, 2005 13:56

Ich bin ehrlich froh, dass für die nächsten sechs Wochen das Trauerspiel ersteinmal ein Ende hat. Es ist schon eine ernüchternde Bilanz, die ein Klavierlehrer so ziehen muss… bei einem Haufen Schüler sind maximal zwei darunter, die problemlos üben und sich geschickt an der Klaviatur anstellen.

Es gibt keine a priori unmusikalischen Menschen. A posteriori gibt es jedoch das falsche Instrument. Mir war bis vor kurzer Zeit nicht klar, dass Klavierspielen ziemlich kompliziert ist, da man zwei Hände hat, die unterschiedliche Sachen spielen, die auch noch in zwei verschiedenen Schlüsseln notiert sind, und dann auch noch ggf. zwei Füsse, die unterschiedliche Pedale asynchron treten müssen. Und das wäre erst einmal nur die Basis. Damit hat man noch nichts für eine angemessene Gestaltung des Stückes getan. Von der Körper- und Handhaltung ganz zu schweigen.

Ojehojeh.

An einigen Tagen denke ich nach dem Unterricht, dass ich mich tatsächlich prostituiere. Ehrlich gesagt bringt es in den wenigsten Fällen wirklichen Spaß, die Kinder zu unterrichten. Ich beneide die Lehrer, die von Anfang an klare Bedingungen, die auf das Üben abzielen, stellen und bei Nichteinhaltung und Festellung von totaler Motorik-Unfähigkeit den Schüler einfach nicht mehr unterrichten.

Aber ich habe zur Zeit die Funktion eines Klavier-Streetworkers. Wenn aus dem Haufen die zwei Schüler, die es ganz gut können, auch nach der Pubertät noch den Deckel aufmachen und eine Mozartsonate spielen, habe ich einen Dienst an der Basis geleistet.

Das nenne ich dann doch einen bescheidenen Erfolg.

Privatanleger als Lonely Ranger

  • July 15, 2005 11:18

Seit Anfang Mai macht es richtig Spass, sich um Aktienindizes in Deutschland zu kümmern. Da passiert endlich mal was in Richtung Bulle. Immer wieder werden 3-Jahres-Höchststände erreicht. Als ein gutes Einstiegsmoment erwies sich, es mag zwar herb klingen, der Terrortag von London. Selbst die großen Werte knickten kurzzeitig ziemlich stark ein. Ich habe den Tag genutzt, um in die am stärksten darauf reagierenden Brancheneinzusteigen. Allianz, Deutsche Bank und Lufthansa. Und was soll ich sagen? War eine gute Entscheidung. Die erste Woche mit diesen Papieren hat sich als sehr angenehm gezeigt.

Auch mein Entschluss, Karstadt Quelle zu kaufen wurde bislang nicht bestraft. Im Gegenteil. Selbst die gestrige Gewinnwarnung, das Aussetzen der Aktien vom Handel und das anschließende Minus haben mich nicht getroffen. Der Middelhoff wird m.E. das Kind schon schaukeln. Da bin ich sehr zuversichtlich.

Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist, als Privatanleger an der Börse zu investieren. Sobald man mit Aktien handelt, ist es allerdings notwendig, sich emsig darum zu kümmern. Wenn man nicht aufpasst und keine realistischen Verkaufsgrenzen nach oben und nach unten hin setzt, sollte man lieber in einen netten Aktien-, Renten- oder Mischfond investieren.

Um bei Fonds die richtige Wahl zu treffen, schwöre ich auf die Zeitschrift Finanztest. Mit der eher langweiligen Wahl von einem europäischen Aktienfond, einem Rentenfond und einem Mischfond sowie einer kleinen Anzahl von Telekompapieren, die ich sozusagen im Ausverkauf vor ein paar Jahren erworben habe, lassen sich – ohne dass ich mich aktiv darum kümmere – problemlos 13% mindestens p.a. machen. Ich finde das ausgesprochen attraktiv für die private Altersvorsorge (als Zusatz!).

Aber mit etwas Zeit, um sich in die Materie einzuarbeiten und die verschiedenen Stragtegien zu durchdenken, ist es spannend und lukrativ, sich mit Aktienwerten zu befassen. Die Vergangenheit hat mich gelehrt, dass wir nur bestraft werden, wenn wir nicht hingucken. Das ist die einzige Bedingung. Täglich schauen, abwägen und dann auch handeln. Sobald die persönlich abgesteckte Verlustgrenze erreicht ist: Abstoßen! Je nach Wert liegt sie bei mir zwischen 10 und 15 %. Aber jeder sollte sich darüber individuell Gedanken machen.

Allerdings sollte man eines immer beherzigen: NIEMALS die erstbesten Anlageempfehlungen der Anlageberater der Bank befolgen! Ich glaube, dass ich bislang noch nie den Mist gekauft habe, den die mir empfohlen haben. Damit bin ich bisher sehr gut gefahren. Abgesehen von der Tatsachen, dass die Jungs und Mädels ihre Provision für verkaufte Hausprodukte kassieren wollen, haben die oftmals nicht mal Ahnung von der Materie. In den meisten Fällen wird eh nur das wiedergekäut, was man auch am Vortag in der Regionalpresse lesen konnte.

Das bedeutet: Selber denken. Selber Wissen aneignen. Man gibt ja schließlich auch nicht sein Portemonnaie einem wildfremden Menschen. Wem ich mein Geld gebe, will ich genau wissen. Ich will auch wissen, was er voraussichtlich damit machen wird. Wenn ich mir einen genauen Überblick geschaffen habe, dann entschließe ich mich dazu zu handeln. Wie auch immer das aussehen mag.

Eigentlich ganz einfach, oder?

WARUM???

  • July 14, 2005 17:43

… WARUM kann ich nicht einen ordentlichen, sortierten Schreibtisch haben? WARUM ist mein Schreibtisch IMMER völlig unordentlich und durcheinander? WARUM türmen sich bei mir Bücher und Zettel und Stifte und Papier und und und … WARUM stellt sich dieser Zustand, auch nachdem ich mal aufgeräumt habe, gleich wieder ein?

ICH VERSTEHE DAS NICHT.

Hmmmm… vielleicht sollte ich das einfach so hinnehmen und akzeptieren. Ist ja eigentlich auch ganz gemütlich, in einer kleinen Bücherschlucht zu arbeiten. Das setzt auch eine gewisse Feinfühligkeit voraus, da man bei der kleinsten falschen Bewegung schon alle Bücher- und Zettelberge ins Rutschen bringt. Lawinengefahr im Sommer.