USA und die potentiellen Verbrecher

  • September 28, 2005 13:37

Wir flogen mit Delta ab Frankfurt. Bevor wir überhaupt einchecken konnten, mussten wir durch die erste “Inquisition”. Eine Tussi von KGB-Verhör-Format quetschte uns über unsere Reisegründe in die USA aus, wollte auch noch genau wissen, seit wann wir diejenigen, die wir besuchen, kennen und weshalb wir die wiedersehen wollten usw.. Dann wurden Fragen gestellt wie: “Haben Sie Ihre Koffer selbst gepackt?”, “Haben Sie Ihre Koffer seit dem Packen unbeaufsichtigt gelassen?” “Hat Ihnen jemand ein Geschenk mitgegeben?”

Dabei hat die uns und unsere Pässe abwechselnd angestarrt und ganz bösartig dreingeblickt. Und zwar so, dass Martin und ich richtig eingeschüchtert waren. Sowas habe ich vorher noch nicht erlebt.

Aber es kam ja noch toller.

Nach einem ziemlich ätzenden Flug mit wirklich miesem Essen (nur Japan Airlines war mieser, dafür war der Service besser und freundlicher) kamen wir in Atlanta an und mussten durch den Immigration-Service. Jetzt muss man tatsächlich von den Zeigefingern der beiden Hände einen Fingerabdruck geben und mit der Webcam wird ein Bild geschossen. Dazu stellt dann abermals eine umwerfend freundliche Tussi ausgesprochen freundliche Fragen. Wieder sollten wir Gründe für die Einreise angeben. Martin antwortete “private reasons”. Da entgegnete die KGB-Tusse, es gäbe in Amerika keine privaten Gründe. Nachdem wir unsere Kieferladen wieder zugeklappt hatten haben wir dann das Verhör meisterlich bestanden.

Da wir in Atlanta umsteigen mussten, um nach Chicago zu kommen, wurden wir ein weiteres Mal durch den Sicherheitscheck geschleust. Die Kontrollen in Europa sind ein Fest im Gegensatz zu amerikanischen Kontrollen. Jeder muss die Schuhe ausziehen, den Gürtel ablegen und jeder wird abgetastet. Martin hatte seinen Laptop nicht aus der Tasche genommen (woher soll man das auch wissen?), weshalb das Ding extragenau durchgecheckt wurde, da er nun als extrem verdächtig galt. Mich fragten die, on ich ein Feuerzeug dabei hätte. War mir nicht bewusst. Da hat son Typ meinen Rucksack durchforstet und tatsächlich eines gefunden. Das Ding war seit Istres im Rucksack. Damit auch in Japan und über den Atlantik geflogen. Aber jetzt wurde es mir mit vorwurfsvollem Blick abgenommen. Habe ich auch noch frech gelogen…

Soviel zur Einreise. Amerika, dass sich als das gelobte Land inszeniert und mit administrativem Drohgebaren gegen Terror schützen will.

Selbst wenn man eine Touri-Schiffsfahrt machen möchte, wird der Rucksack und größere Handtaschen durchforstet. Unweigerlich stellte sich uns die Frage nach dem Sinn. Vermeiden lassen sich dadurch keine Attentate. Welcher Terrorist ist heutzutage so doof und schleppt seine Bombe auf eine Touriboot? Es gibt doch immer Wege, den Terrorgelüsten nachzugehen. Ob da einen “Offizielle” abhalten können?

Naja, jedenfalls hätten sie das Konterfei und die Fingerabdrücke von den eingereisten Attentätern. Was für ein Fortschritt!!!

Zurück in Europa, bin ich echt froh, dass ich hier, auf diesem Kontinent lebe. Ich hoffe, es wird auch in Zukunft nicht “amerikanisch” bei uns werden. Man ist es hierzulande nicht gewohnt, ersteinmal seine Unschuld beweisen zu müssen. Das ist gut so, und das soll bitte auch so bleiben.

Die kulinarische Katastrophe

  • September 27, 2005 13:57

Das Essen in Chicago hinterließ einen Eindruck bei mir: Tiefes Mitleid für die amerikanische Kochkunst, wenn man da überhaupt von Kunst reden kann…

Ich will hier nicht vom Burger an sich schreiben, der ist ohnehin DAS Hauptnahrungsmittel und läuft einem nicht nur bei McDo, Wendy’s oder Burger King über den Weg. Auch in normalen Restaurants kriegt man dieses Ding. Ich will auch nicht über Systemgastronomie schreiben, die das ganze Land wie eine Pestepedemie überlagert.

Geht man in ein normales Restaurant bekommt man hauptsächlich fettiges und sperriges Zeug. Man isst und hat das Gefühl, nach drei Bissen platzen zu müssen. Und alles hat den Touch vom Labberigen. Also haben die Amerikaner die mexikanische Küche entdeckt.

Dort bekommt man Guacamole bis zum Abwinken und allerhand schlabberige Nachos und so weiter. Der letzte Schrei sind die kleinen Tortillas, die man mit allerhand Sachen füllen muss. Mexikaner sind nicht billig. Wir waren einen Abend in einem Restaurant names Frontera Grill zu einem, na sagen wir, casual-business-meeting mit Martins Kunden. Wie wir erfuhren, wird dieses Restaurant von einem Starkoch (besser: amerikanische Interpretation eines Starkochs, der hauptsächlich gutes Marketing für seine Kneipe betreibt) geführt wird. Ich als unwissende Europäerin erwartete wer weiß was. Aber das war der übliche Texmex-Schmu. Das gleiche kriegen wir hier bei Enchilada und Co. Nur mit dem Unterschied, dass es in Chicago um das doppelt und dreifache teurer ist. Gemütlich war es auch nicht. Das war sozusagen Kategorie “gutes Restaurant”.

Wenn das gutes Essen ist, na dann Prost Mahlzeit. Mich wundert es nicht, dass es so viele ungeniert fette Amerikaner gibt.

Vorerst bin ich bedient von den kulinarischen Katastrophen und habe auch in nächster Zeit gar kein Verlangen, mich mit der “amerikanischen Küche” auseinander zu setzen. Das bringt offen gesagt nichts…