Wir flogen mit Delta ab Frankfurt. Bevor wir überhaupt einchecken konnten, mussten wir durch die erste “Inquisition”. Eine Tussi von KGB-Verhör-Format quetschte uns über unsere Reisegründe in die USA aus, wollte auch noch genau wissen, seit wann wir diejenigen, die wir besuchen, kennen und weshalb wir die wiedersehen wollten usw.. Dann wurden Fragen gestellt wie: “Haben Sie Ihre Koffer selbst gepackt?”, “Haben Sie Ihre Koffer seit dem Packen unbeaufsichtigt gelassen?” “Hat Ihnen jemand ein Geschenk mitgegeben?”

Dabei hat die uns und unsere Pässe abwechselnd angestarrt und ganz bösartig dreingeblickt. Und zwar so, dass Martin und ich richtig eingeschüchtert waren. Sowas habe ich vorher noch nicht erlebt.

Aber es kam ja noch toller.

Nach einem ziemlich ätzenden Flug mit wirklich miesem Essen (nur Japan Airlines war mieser, dafür war der Service besser und freundlicher) kamen wir in Atlanta an und mussten durch den Immigration-Service. Jetzt muss man tatsächlich von den Zeigefingern der beiden Hände einen Fingerabdruck geben und mit der Webcam wird ein Bild geschossen. Dazu stellt dann abermals eine umwerfend freundliche Tussi ausgesprochen freundliche Fragen. Wieder sollten wir Gründe für die Einreise angeben. Martin antwortete “private reasons”. Da entgegnete die KGB-Tusse, es gäbe in Amerika keine privaten Gründe. Nachdem wir unsere Kieferladen wieder zugeklappt hatten haben wir dann das Verhör meisterlich bestanden.

Da wir in Atlanta umsteigen mussten, um nach Chicago zu kommen, wurden wir ein weiteres Mal durch den Sicherheitscheck geschleust. Die Kontrollen in Europa sind ein Fest im Gegensatz zu amerikanischen Kontrollen. Jeder muss die Schuhe ausziehen, den Gürtel ablegen und jeder wird abgetastet. Martin hatte seinen Laptop nicht aus der Tasche genommen (woher soll man das auch wissen?), weshalb das Ding extragenau durchgecheckt wurde, da er nun als extrem verdächtig galt. Mich fragten die, on ich ein Feuerzeug dabei hätte. War mir nicht bewusst. Da hat son Typ meinen Rucksack durchforstet und tatsächlich eines gefunden. Das Ding war seit Istres im Rucksack. Damit auch in Japan und über den Atlantik geflogen. Aber jetzt wurde es mir mit vorwurfsvollem Blick abgenommen. Habe ich auch noch frech gelogen…

Soviel zur Einreise. Amerika, dass sich als das gelobte Land inszeniert und mit administrativem Drohgebaren gegen Terror schützen will.

Selbst wenn man eine Touri-Schiffsfahrt machen möchte, wird der Rucksack und größere Handtaschen durchforstet. Unweigerlich stellte sich uns die Frage nach dem Sinn. Vermeiden lassen sich dadurch keine Attentate. Welcher Terrorist ist heutzutage so doof und schleppt seine Bombe auf eine Touriboot? Es gibt doch immer Wege, den Terrorgelüsten nachzugehen. Ob da einen “Offizielle” abhalten können?

Naja, jedenfalls hätten sie das Konterfei und die Fingerabdrücke von den eingereisten Attentätern. Was für ein Fortschritt!!!

Zurück in Europa, bin ich echt froh, dass ich hier, auf diesem Kontinent lebe. Ich hoffe, es wird auch in Zukunft nicht “amerikanisch” bei uns werden. Man ist es hierzulande nicht gewohnt, ersteinmal seine Unschuld beweisen zu müssen. Das ist gut so, und das soll bitte auch so bleiben.