Ich lese also Folgendes bei onvista.de:
” ‘30 Prozent der Deutschen sind nicht sparfähig’, schätzt Benkner. Da bleibe im Alter nur das Nötigste. Lediglich fünf Prozent sind bestens gestellt.”
(http://aktien.onvista.de/news-filter.html?ID_OSI=82660&HO=0&DATE_RANGE=archive&ID_NEWS=56176188, letzter Abruf am 29.11.05)
Das kann doch nicht sein, oder? Wer sich tolle Fernsehapparate und sonstige Luxusgüter anschafft, kann doch ein klein wenig zur Seite legen. Die Menschen, die selbst das nicht können, sind m.E. immer noch in der deutlichen Minderheit. So weltfremd kann doch keiner sein. Und dabei geht es nicht einmal um das “bestens-gestellt-Sein”. Es reicht auch gut und ausreichend im Alter gestellt zu sein.
“Die Hälfte der Bevölkerung sei zwar finanziell in der Lage zu sparen, müsste aber ihre Lebensgewohnheiten ändern. ‘Das Problem ist, dass die meisten zu viel Geld ausgegeben. Zweimal im Jahr Urlaub, bestens gekleidet und zwei Autos, da bleibt nicht viel für die Altersvorsorge übrig’, sagt Benkner.” (ebd.)
Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Glücklich der, der sich beides gleichzeitig leisten kann. Aber das ist nun mal nicht so oft der Fall. Wo bleibt, meine Damen und Herren, der notwendige Realismus? Und man ist doch kein Vogel-Strauß, der lieber den Kopf in den Sand steckt als sich mit zukünftigen Dingen auseinander zu setzen. Die Zeiten dürften doch vorbei sein.
“Der DWS-Chef geht noch einen Schritt weiter und sagt: ‘90 Prozent der Bevölkerung hat kein Gefühl für Finanzen.” (ebd.)
Das ist keine gute Nachricht. Wer in unserer Gesellschaft gut und selbstständig überleben will, MUSS sich mit seinen Finanzen beschäftigen. Auch das Frauchen sollte wissen, was der Vaddi so an Finanzen hin- und herschiebt und sich nicht auf ihn verlasssen. Was ist, wenn man plötzlich alleine da steht und keine Ahnung hat? Die Bänker würden einem, wenn sie müssen, auch benutztes Klopapier als rentables Wertpapier oder eine Stiege Rinderfond als renditestarken Investmentfond andrehen.
“In Ländern wie den USA sehe das anders aus. ” (ebd.)
Hä? Das hätte ich gerne mal von Herrn Benkner genauer erklärt bekommen, denn man liest doch so einiges über Amerikaner und Schulden, wie beispielsweise hier:
“Die Sparrate nähert sich Null, und die Amerikaner liegen damit fast ganz hinten in der globalen Sparraten-Liga. Die US-Konsumenten haben ihre Schulden seit 2000 um insgesamt 34 Prozent auf ein Rekordniveau 9,5 Billionen Dollar (7,8 Billionen Euro) erhöht. [...]
Die Amerikaner schulden den Banken und Sparkassen für ihre Immobilien inzwischen fast acht Billionen Dollar. [...] Immer mehr US-Hausbesitzer geraten bei den jetzt rasch steigenden Zinsen in die Schuldenfalle. [...] Pro Haushalt betragen die Kreditkartenschulden mehr als 8400 Dollar. Die US-Bürger finanzieren jährlich Käufe im Wert von 1,4 Billionen Dollar mit Plastikgeld-Krediten. 80 Prozent der 18- bis 20-jährigen Amerikaner besitzen bereits Kreditkarten. Etwa 15 Prozent aller US-Bürger haben Kreditprobleme.”(http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/meldungen/?id=529496, letzter Abruf am 29.11.05)
Aha. Und das soll also bedeuten, dass die Amerikaner ihre Finanzen gut im Griff haben? Ich vermute, da habe ich wohl was falsch verstanden? Besteht das amerikanische Gefühl für Finanzen darin, dass sie wissen, dass sie gefühlvolle Schulden machen?
Hmh. Da ich DWS-Benkner nicht kenne, kann ich mir seine Äußerung leider nicht persönlich erklären lassen.