Gestern abend lief im Radio auf SWR1 eine Sendung über den sogenannten Fleischskandal. Als ich gerade im Auto fuhr, wurde ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Vereinigung Slowfood geführt, welches mir noch weiter die Augen geöffnet hat.

Der Mann sagte, dass der Verbraucher letztendlich selbst daran schuld sei, da man einfach nicht von einem Hähnchenschenkel für 50 Cent erwarten kann, dass 1. die Tierhaltung in Ordnung sei, 2. die Schlachtbedingungen gut seien und 3. das Fleisch frisch sei. Die Dumpingpreise in den Discountern können nur durch dementsprechende Rahmenbedingungen zustandekommen.

Das Problem, das nun allgemeinhin bekannt ist, ist die Tatsache, dass viele Leute am besten jeden Tag ihr Stück Fleisch auf dem Teller liegen haben wollen. Aber bitte für wenig Geld. Am besten sollte es natürlich nichts kosten. Da ist es einfach absurd, dass man für dieselbe Menge Fleisch im Katzenfutter zum Teil das fünffache bezahlt. Sind die Genüsse der Katzen den Bürgern mehr wert als die Fleischqualität auf dem eigenen Teller?

Die Moderatorin bemerkte, dass es wohl illusorisch sei, dass die Menschen plötzlich sehr viel mehr Geld für ein anständiges Stück Fleisch hinlegen würden. Wie könne man als Verbraucher denn trotzdem darauf reagieren. Da sagte der Slowfoodheini, dass man eben seltener aber dafür gutes Fleisch, was dementsprechend teurer sei, kaufen sollte.

Der Preis des Fleisches setzt sich aus drei Qualitätskomponenten zusammen:

1. Aufzucht: Wenn die Tiere langsam aufwachsen und artgerecht gehalten werden, hat das direkte Auswirkungen auf die Fleischqualität. Ich hatte ein paar Mal die sog. Schrupfschnitzel in der Pfanne. Das war Fleisch von Tieren aus solchen Turbomasten.

2. Schlachtung: Lange Transportwege zu den Schlachthöfen sowie Massenschlachtungen wirken sich dirket auf den ph-Gehalt im Fleisch aus. Stress bewirkt einen höheren ph-Gehalt, was zu Geschmackseinbußen führt.

3. Frische des Fleisches: Tja, das ist ja zur Zeit das Top-Thema in den Medien! Braucht man wohl nichtz viel zu sagen.

Je mehr auf diese drei Punkte Wert gelegt wird, desto bessere Produkte ergeben sich für den Verbraucher. Aber das kostet eben auch mehr.

Mal ehrlich: Wir geben für jeden Scheiß einen Haufen Geld aus, aber an solch wichtigen Dingen wird gespart. Wer braucht schon 7 Tage die Woche Fleisch? Ich bin es mir wert und werde nicht mehr zu Spottpreisen Fleisch kaufen. Ein- oder zweimal die Woche soll es etwas Gutes geben. Fertig.