Offen gestanden: Ich hasse alles, was elektronisch klingt. Discos mit Techno, Trance und House sind mir ein Mega-Graus. Mir bringt die Musik so überhaupt gar keinen Spaß. Und dass so viele Leute sich das reinziehen, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Aber diese Genres prägen unsere musikalische Landschaft und dementsprechend unsere Lebenswelt. Natürlich ist nicht plötzlich jemand auf die Idee gekommen, Acid House, Rave oder was auch immer zu kreieren. Das hat schon seine tieferen Wurzeln.
Und das ist wirklich spannend, diese gesamte Ecke der neueren Musikgeschichte von den Wurzeln bis hin zu den unglaublich vielen Verästelungen sich anzuschauen. Das allein wäre schon wahnsinnig interessant. Aber die Website “Ishkur’s Guide to Electronic Music“toppt es, da man sich zu jeder einzelnen Stilrichtung mehrere Beispiele anhören kann. Ich erfahre somit unmittelbar durch lesen und hören, dass zum Beispiel Björk zu dem Stil “Downbeat” und Portishead zu “Trip Hop” gehören. Sehr cool.
Insgesamt wird das Genre “elekronisch erzeugte Musik” in 7 große Stilrichtungen gruppiert. Alles ist jedoch in einer Art Mindmap überordnend zusammengefasst. Dadurch sieht man ganz klar, dass beispielsweise “Industrial” einerseits noch unter “Downtempo” fällt und damit direkt von der “musique concrète” abstammt, aber andereseits unter “Trance” fällt und Darkwave usw. nach sich zieht. Man kann deshalb gut nachvollziehen, welche Stile Bindeglieder sind und was sie des weiteren an neuen Ausprägungen auslösen.
Den Link habe ich auf der letzten Seite des Wissenschafts-Teils der FAS zufällig entdeckt. Es lohnt sich tatsächlich, Zeitungen mal genauer zu lesen.