Vorhin lief der Film auf Bayern 3. Durch Zufall bin ich hängengeblieben. Es ist schon recht lange her, dass ich den Film gesehen hatte. Nach wie vor ist es ein wunderbarer Kinofilm, den ich am liebsten Mal auf großer Leinwand sehen möchte. Aber ich bezweifle, dass ich in diesen Genuss kommen werde. Egal.
Schon klar – viele Elemente sind frei erfunden. Wir wissen nun schon längst, dass diese Requiemlegende purer Mumpitz ist, aber so ist das Ende eines Genius einfach viel schöner! Toll ist die infantile Lache vom Film-Mozart, und das ist gar nicht mal so unwahrscheinlich…
Aber was mich an dem Film wirklich sehr stört, was aus ihm ein echtes Hollywood-Produkt macht, sind die in englisch gesungenen Werke Mozarts. Das ist richtig doof. Und ehrlich gesagt, hat mich das ein wenig geärgert. Für unsere anglophonen Freunde hätte man doch stattdessen englische Untertitel für die entsprechenden Passagen zur Verfügung stellen können. Stattdessen quatscht Papageno englisch. So ein Hollywood-Blödsinn.
Ansonsten, wie bereits erwähnt: ein Bilderrausch aus dem späten Rokoko-Zeitalter mit viel Puder, Zöpfen und Stoff. Schön.
Fand die Spiegel-Titelstory neulich ueber Mozart sehr beeindruckend, weil endlich mal mit den ganzen Klischees aufgeraeumt wurde, die sich um ihn ranken. Das gibt einem genuegend Pulver, um Mozart-Heldenverehrung (und die wird im Rahmen des Mozart-Jahres sicher allerorts praesent sein) provokant entgegenzutreten!
Darauf erst einmal eine Mozartkugel naschen…
Der Artikel war wirklich gut! Mir gefiel auch die Ausführung über die Wandlung des Konzert- und Opernbetriebes: Oper war früher wie Fussballspiel und Zirkus, heutzutage wird man bös von der Seite angeguckt, wenn man im Konzert für zwei Triangeln und Luftpumpe hustet. hehehe