Der Pfiffi wog frisch 1,7 kg. Davon können in einem Menü 4 Leute satt werden. Aber wenn einzig der Butt auf dem Programm steht, werden 2 gute Esser davon satt. Obwohl… zugegebener Maßen werden auch 3 Personen von dem Fischli satt. Aber wenn schon, denn schon. So einen kapitalen Butt hat man nicht alle Tage auf dem Teller und wenn, dann will ich mich auch daran richtig satt essen. So viel zur Rechtfertigung der offensichtlichen Völlerei.
Als ich mich für den platten Jungen entschied, wollte ich zunächst ihn in Cidre mit Apfelscheiben im Ofen dünsten. Der Cidre war schon im Einkaufswagen, als ich rote, kernlose Trauben erspähte. Fern rückten da die Äpfel… dafür wanderte eine Packung Zitronenthymian in den Wagen.

Zuhause angekommen konnte ich mich gar nicht mehr so recht entscheiden… Also wählte ich folgende Variante (die “von-allem-ein-bisschen-Variante”):
Den Zitronenthymian stopfte ich dem Steinbutt in Maul und in die aufgeschlitze Stelle am Kiemen, außerdem bettete ich ihn auf dem Kraut. Ich habe einen Lorbeerstrauch auf dem Balkon, von dem ich sechs Blätter rupfte und auf und neben dem Fisch platzierte. Zum Dünsten mischte ich Gemüsebrühe mit dem lieblichen Cidre und übergoß meinen Butt damit. Auf des Fisches Rücken kamen dann noch vier Butterflocken. Die Weintrauben zupfte ich von der Rebe ab und verteilte sie in der Bratform auf dem, neben dem und teils im Fisch. Die Form deckte ich mit Alu ab. Danach ging es ab in den Ofen. Bei 225 °C habe ich den Steinbutt eine 3/4 Stunde gedünstet. Anschließend nahm ich die Folie ab und habe ihn nochmals mit dem Sud übergossen und noch weitere 10 min im Ofen gelassen.
Die Beilage fiel eher spärlich aber dafür schlichtweg lecker aus. Salzkartoffelspalten mit “beurre noir” – karamellisierter Butter. Fertig war der Abendschmaus.
Das Tolle am Fisch ist, dass er so unkompliziert zubereitet werden kann. Mit wenig Aufwand erreicht man ein Maximum an Geschmack. Dabei ist jedoch frische Ware Bedingung. Metro ist hierfür eine sehr gute Adresse, wenn man nicht gerade am Hamburger Hafen oder in Niendorf vom Kutter kauft.

War mal wieder superlecker! Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Liest sich so gut, daß einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Hätte sehr gern mitgegessen.