Obwohl die Aufnahmen ihr Alter nicht verheimlichen können, dringt durch das Rauschen und Knacken eine für mich unvergleichlich schöne Tenorstimme. Der göttliche Leo war einfach gesegnet mit einem so sanften und weichen Schmelz, mit einem weichen Timbre, dass ich es wirklich bedaure 90 Jahr zu spät auf die Welt gekommen zu sein.

Schuberts “Nacht und Träume” sind an und für sich schon einfach ein umwerfendes Lied. Wenn dann Leo Slezak die zarten Töne singt und mit seiner natürlichen Unbefangenheit den Text säuselt, kann ich schlicht nur heulen: so unendlich schön ist die perfekte Symbiose aus Werk und Interpretation.

Oder “Der Jüngling an der Quelle”… ein eigentlich simpel gestricktes Lied. Der wahrhaft “göttliche Leo” gestaltet daraus einen Herzensseufzer eines träumerischen Jünglings. Wundervoll.

Gibt es eigentlich heute noch solche Sänger? Und wenn, wo? Schreiben die auch so putzige Bücher, in denen die Haustiere Zwetschgerl heißen und wie ein “Nachtkasterl” aussehen?