Toyota Prius

  • October 18, 2006 09:28


Der Toyota Prius teilt sich im Mittelklassebereich mit dem Honda Civic momentan den Markt für Hybridmotoren. Vom Design und von Kundenstimmen her war für mich der Prius eindeutig das interessantere Modell. Ich wählte die Ausstattungsvariante SOL, die nur geringfügig teurer als die Basisversion ist, und die Farbe silber (schwarz hätte 3 Monate Wartezeit bedeutet… :-( ).

Nach knapp 14 Tagen ab Bestellung war mein Prius da. Welche Wonne… ! Mein erster Neuwagen frisch vom Band aus Japan.

Die technische Ausstattung ist echt cool. Ich kann mittels Bildschirm in der Mittelkonsole nachverfolgen, aus welchen Ressourcen der Wagen seine Antriebsenergie schöpft. Dabei lässt es sich auch permanent überprüfen, wie hoch der Verbrauch auf 100 km ist. Da steigt plötzlich der Ehrgeiz, möglichst sparsam zu fahren…

Anfangs dachte ich, die Tankanzeige würde nicht richtig funktionieren, weil die Balken der Anzeige nicht abnahmen. Aber weit gefehlt – man lernt andere Verbrauchsmaßstäbe kennen, die einen zunächst, wenn man nicht gerade Diesel-verwöhnt ist, in Erstaunen versetzen.

Von der Innenraumgestaltung finde ich das Priuskonzept ansprechend. Der Fußraum von Fahrer und Beifahrer ist nicht mehr durch die durchgezogene Mittelkonsole voneinander getrennt, wodurch ein größeres Raumgefühl entsteht. Auch im hinteren Sitzbereich fühlt man sich nicht eingeklemmt, sondern hat gute Beinfreiheit und sitzt bequem. Praktisch sind außerdem die zwei geräumigen Handschuhfächer, sowie die Armlehne, welche neben Stauraum für CDs auch noch einen MP3-Anschluss birgt. Es gehört zwar heutzutage fast schon zum selbstverständlichen Ausstattungsinventar, aber für mich dennoch eine Erwähnung wert: Sehr geile Getränkehalter, die aufgeklappt werden und die Verlängerung der Armlehne in beide Richtungen bilden. Insgesamt gibt es 4 Getränkehalter. Im Renault hatte ich so etwas nicht, was mir für meinen morgendlichen Tea on the road im Winter sehr fehlte.

Meine Ausstattungsvariante beinhaltet einen Smart-Key. Das bedeutet, dass man nicht mehr den Schlüssel aus der Jacke oder Tasche zu ziehen bracuht, wenn man den Wagen öffnen will. Per Funk erkennt mich das System. Wenn ich den Öffner der Fahrer- oder Beifahrertür mit der Hand berühre, schließt sich der Wagen automatisch auf. Das Abschließen geht über einen kleinen Knopf an der Türöffnung, die man drücken muss zwecks Verriegelung. So kann Auf- und Zuschließen richtig Spaß bringen… ;-)

Auch zum Starten des Wagens muss der Schlüssel nicht mehr irgendwo hineingeschoben werden. Ich trete auf das Bremspedal und drücke auf den oben im Foto zu sehenden Power-Knopf. Das wars. Damit man überhaupt wahrnimmt, dass das Auto läuft, leuchtet auf dem Display eine “Ready”-Anzeige. Der Elektromotor ist einfach kaum zu hören und auch für den Fahrer von den Lenkradvibrationen nicht spürbar. Ab 40 km/h schaltet sich erst der Benzinmotor dazu. Gibt man allerdings beim Anfahren stark Gas, springt er sofort an, damit die gewünschte Zugkraft erreicht wird.

Bislang habe ich es nicht bereut, den Prius angeschafft zu haben. Ich freue mich bei jeder Fahrt über das Gefährt und merke, wie sich mein Fahrstil dem Auto anpasst. Der Ehrgeiz, möglichst wenig zu verbrauchen, steigt und steigt. Es war eine gute Entscheidung, statt eines Audis A3, einer A-Klasse oder eines kleinen BMWs die für deutsche Straßen unbekannte Preziose von Toyota zu nehmen.

Der n-tv Depot-Check

  • December 1, 2005 09:17

Eine gute Nachricht zu Beginn der Auswertungen war, dass ich eine risikoarme Depotstruktur habe. Aufatmen. Für mich eine weitere positive Aussage ist, dass mein mittelfristiger Umstrukturierungsplan für die Zukunft auch nicht in die falsche Richtung, nämlich Fonds, weist.

Nun gut.

Das Analyseergebnis zielt eben auf eine basale Fonds-Struktur ab. Die Produkte, die mir als Beimischung empfohlen wurden, sind in der Regel keine schlechten. Schauen wir sie uns mal an:

Hansa Asia (DE0009799734):
Morningstar gibt fünf Sterne, S&P vier. Also kann man den schon nehmen. Doch laut Finanztest performt der State Street Actions Japon besser und stabiler. Ich würde da doch den Franzosen das Ding abkaufen. Aber wieso überhaupt Japan? Wäre nicht ein Fond, der in China investiert interessanter? Zum Beispiel käme für mich da der HSBC Chinese Equity in Frage.

Raiffeisen-Osteuropa-Aktien (AT0000785241)
:
Gut, hat besseres Rating als der Griffin Eastern European Fund. Überzeugt mich.

Axa Rosenberg Global Small Cap (IE0031069168):
Mit dem hatte ich auch schon in Gedanken gespielt. Finde ich durch die Small Caps interessant. Weltweite Streuung sollte man außerdem auch beimischen.

Newton Higher Income Fund (GB0006779218):
Ohne Zweifel eine gute Wahl, wenn man in britische Werte gehen möchte. Aber wieso sollte man dort investieren? Finde ich persönlich nicht notwendig.

Was also die Vorschläge an Investmentfonds anbelangt, so würde ich sagen, dass man die empfohlenen Titel nehmen kann. Restrisiko bleibt natürlich immer – trotz Markowitz.

Nun wird in der Analyse empfohlen, bestehende Titel zu verkaufen und in Fonds und bestehende Titel umzuschichten. Und da scheiden sich die Wege. “Sichere Titel” mit guter Rendite sollen da zu Gunsten eines eher wackeligen Kandidanten im Sinne der “Growth-Strategie” abgestoßen werden. Das würde ich nicht tun.

Außerdem würde ich zu diesem Zeitpunkt nicht in festverzinsliche Wertpapiere mit mittlerer Laufzeit gehen, da die Zinsen in absehbarer Zeit weiter ansteigen werden und ich damit bei Tiefstzinsen hängen bliebe. Also vorerst ausklammern und wenn überhaupt in kurze Laufzeiten gehen. Aber eher nicht.

Mein Fazit des Depotchecks:

Nicht schlecht, ganz ordentliche und raisonnable Vorschläge, die gute Anlageprodukte beinhalten. Doch ersetzt ein derartiger Vorschlag, der ja durch eine objektive Sofware erstellt wurde, nicht das gründliche Befassen mit dem Thema Anlage. Ich halte es für leichtsinnig, solchen Vorschlägen blind zu vertrauen. Wenn man sich entschließt, sein Geld anzulegen, kann man diese Analyse als Hilfsmittel in Anspruch nehmen. Genauso wie die Bankberater, die man als Stütze und Informationsquelle nutzen kann. Aber auch denen gegenüber ist blindes Vetrauen unangebracht.

Gefühl für Finanzen?

  • November 30, 2005 11:32

Ich lese also Folgendes bei onvista.de:

” ‘30 Prozent der Deutschen sind nicht sparfähig’, schätzt Benkner. Da bleibe im Alter nur das Nötigste. Lediglich fünf Prozent sind bestens gestellt.”

(http://aktien.onvista.de/news-filter.html?ID_OSI=82660&HO=0&DATE_RANGE=archive&ID_NEWS=56176188, letzter Abruf am 29.11.05)

Das kann doch nicht sein, oder? Wer sich tolle Fernsehapparate und sonstige Luxusgüter anschafft, kann doch ein klein wenig zur Seite legen. Die Menschen, die selbst das nicht können, sind m.E. immer noch in der deutlichen Minderheit. So weltfremd kann doch keiner sein. Und dabei geht es nicht einmal um das “bestens-gestellt-Sein”. Es reicht auch gut und ausreichend im Alter gestellt zu sein.

“Die Hälfte der Bevölkerung sei zwar finanziell in der Lage zu sparen, müsste aber ihre Lebensgewohnheiten ändern. ‘Das Problem ist, dass die meisten zu viel Geld ausgegeben. Zweimal im Jahr Urlaub, bestens gekleidet und zwei Autos, da bleibt nicht viel für die Altersvorsorge übrig’, sagt Benkner.” (ebd.)

Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Glücklich der, der sich beides gleichzeitig leisten kann. Aber das ist nun mal nicht so oft der Fall. Wo bleibt, meine Damen und Herren, der notwendige Realismus? Und man ist doch kein Vogel-Strauß, der lieber den Kopf in den Sand steckt als sich mit zukünftigen Dingen auseinander zu setzen. Die Zeiten dürften doch vorbei sein.

“Der DWS-Chef geht noch einen Schritt weiter und sagt: ‘90 Prozent der Bevölkerung hat kein Gefühl für Finanzen.” (ebd.)

Das ist keine gute Nachricht. Wer in unserer Gesellschaft gut und selbstständig überleben will, MUSS sich mit seinen Finanzen beschäftigen. Auch das Frauchen sollte wissen, was der Vaddi so an Finanzen hin- und herschiebt und sich nicht auf ihn verlasssen. Was ist, wenn man plötzlich alleine da steht und keine Ahnung hat? Die Bänker würden einem, wenn sie müssen, auch benutztes Klopapier als rentables Wertpapier oder eine Stiege Rinderfond als renditestarken Investmentfond andrehen.

“In Ländern wie den USA sehe das anders aus. ” (ebd.)

Hä? Das hätte ich gerne mal von Herrn Benkner genauer erklärt bekommen, denn man liest doch so einiges über Amerikaner und Schulden, wie beispielsweise hier:

“Die Sparrate nähert sich Null, und die Amerikaner liegen damit fast ganz hinten in der globalen Sparraten-Liga. Die US-Konsumenten haben ihre Schulden seit 2000 um insgesamt 34 Prozent auf ein Rekordniveau 9,5 Billionen Dollar (7,8 Billionen Euro) erhöht. [...]
Die Amerikaner schulden den Banken und Sparkassen für ihre Immobilien inzwischen fast acht Billionen Dollar. [...] Immer mehr US-Hausbesitzer geraten bei den jetzt rasch steigenden Zinsen in die Schuldenfalle. [...] Pro Haushalt betragen die Kreditkartenschulden mehr als 8400 Dollar. Die US-Bürger finanzieren jährlich Käufe im Wert von 1,4 Billionen Dollar mit Plastikgeld-Krediten. 80 Prozent der 18- bis 20-jährigen Amerikaner besitzen bereits Kreditkarten. Etwa 15 Prozent aller US-Bürger haben Kreditprobleme.”

(http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/meldungen/?id=529496, letzter Abruf am 29.11.05)

Aha. Und das soll also bedeuten, dass die Amerikaner ihre Finanzen gut im Griff haben? Ich vermute, da habe ich wohl was falsch verstanden? Besteht das amerikanische Gefühl für Finanzen darin, dass sie wissen, dass sie gefühlvolle Schulden machen?

Hmh. Da ich DWS-Benkner nicht kenne, kann ich mir seine Äußerung leider nicht persönlich erklären lassen.