
Der Toyota Prius teilt sich im Mittelklassebereich mit dem Honda Civic momentan den Markt für Hybridmotoren. Vom Design und von Kundenstimmen her war für mich der Prius eindeutig das interessantere Modell. Ich wählte die Ausstattungsvariante SOL, die nur geringfügig teurer als die Basisversion ist, und die Farbe silber (schwarz hätte 3 Monate Wartezeit bedeutet…
).
Nach knapp 14 Tagen ab Bestellung war mein Prius da. Welche Wonne… ! Mein erster Neuwagen frisch vom Band aus Japan.
Die technische Ausstattung ist echt cool. Ich kann mittels Bildschirm in der Mittelkonsole nachverfolgen, aus welchen Ressourcen der Wagen seine Antriebsenergie schöpft. Dabei lässt es sich auch permanent überprüfen, wie hoch der Verbrauch auf 100 km ist. Da steigt plötzlich der Ehrgeiz, möglichst sparsam zu fahren…
Anfangs dachte ich, die Tankanzeige würde nicht richtig funktionieren, weil die Balken der Anzeige nicht abnahmen. Aber weit gefehlt – man lernt andere Verbrauchsmaßstäbe kennen, die einen zunächst, wenn man nicht gerade Diesel-verwöhnt ist, in Erstaunen versetzen.

Von der Innenraumgestaltung finde ich das Priuskonzept ansprechend. Der Fußraum von Fahrer und Beifahrer ist nicht mehr durch die durchgezogene Mittelkonsole voneinander getrennt, wodurch ein größeres Raumgefühl entsteht. Auch im hinteren Sitzbereich fühlt man sich nicht eingeklemmt, sondern hat gute Beinfreiheit und sitzt bequem. Praktisch sind außerdem die zwei geräumigen Handschuhfächer, sowie die Armlehne, welche neben Stauraum für CDs auch noch einen MP3-Anschluss birgt. Es gehört zwar heutzutage fast schon zum selbstverständlichen Ausstattungsinventar, aber für mich dennoch eine Erwähnung wert: Sehr geile Getränkehalter, die aufgeklappt werden und die Verlängerung der Armlehne in beide Richtungen bilden. Insgesamt gibt es 4 Getränkehalter. Im Renault hatte ich so etwas nicht, was mir für meinen morgendlichen Tea on the road im Winter sehr fehlte.
Meine Ausstattungsvariante beinhaltet einen Smart-Key. Das bedeutet, dass man nicht mehr den Schlüssel aus der Jacke oder Tasche zu ziehen bracuht, wenn man den Wagen öffnen will. Per Funk erkennt mich das System. Wenn ich den Öffner der Fahrer- oder Beifahrertür mit der Hand berühre, schließt sich der Wagen automatisch auf. Das Abschließen geht über einen kleinen Knopf an der Türöffnung, die man drücken muss zwecks Verriegelung. So kann Auf- und Zuschließen richtig Spaß bringen…
Auch zum Starten des Wagens muss der Schlüssel nicht mehr irgendwo hineingeschoben werden. Ich trete auf das Bremspedal und drücke auf den oben im Foto zu sehenden Power-Knopf. Das wars. Damit man überhaupt wahrnimmt, dass das Auto läuft, leuchtet auf dem Display eine “Ready”-Anzeige. Der Elektromotor ist einfach kaum zu hören und auch für den Fahrer von den Lenkradvibrationen nicht spürbar. Ab 40 km/h schaltet sich erst der Benzinmotor dazu. Gibt man allerdings beim Anfahren stark Gas, springt er sofort an, damit die gewünschte Zugkraft erreicht wird.
Bislang habe ich es nicht bereut, den Prius angeschafft zu haben. Ich freue mich bei jeder Fahrt über das Gefährt und merke, wie sich mein Fahrstil dem Auto anpasst. Der Ehrgeiz, möglichst wenig zu verbrauchen, steigt und steigt. Es war eine gute Entscheidung, statt eines Audis A3, einer A-Klasse oder eines kleinen BMWs die für deutsche Straßen unbekannte Preziose von Toyota zu nehmen.