Seit Anfang Mai macht es richtig Spass, sich um Aktienindizes in Deutschland zu kümmern. Da passiert endlich mal was in Richtung Bulle. Immer wieder werden 3-Jahres-Höchststände erreicht. Als ein gutes Einstiegsmoment erwies sich, es mag zwar herb klingen, der Terrortag von London. Selbst die großen Werte knickten kurzzeitig ziemlich stark ein. Ich habe den Tag genutzt, um in die am stärksten darauf reagierenden Brancheneinzusteigen. Allianz, Deutsche Bank und Lufthansa. Und was soll ich sagen? War eine gute Entscheidung. Die erste Woche mit diesen Papieren hat sich als sehr angenehm gezeigt.
Auch mein Entschluss, Karstadt Quelle zu kaufen wurde bislang nicht bestraft. Im Gegenteil. Selbst die gestrige Gewinnwarnung, das Aussetzen der Aktien vom Handel und das anschließende Minus haben mich nicht getroffen. Der Middelhoff wird m.E. das Kind schon schaukeln. Da bin ich sehr zuversichtlich.
Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist, als Privatanleger an der Börse zu investieren. Sobald man mit Aktien handelt, ist es allerdings notwendig, sich emsig darum zu kümmern. Wenn man nicht aufpasst und keine realistischen Verkaufsgrenzen nach oben und nach unten hin setzt, sollte man lieber in einen netten Aktien-, Renten- oder Mischfond investieren.
Um bei Fonds die richtige Wahl zu treffen, schwöre ich auf die Zeitschrift Finanztest. Mit der eher langweiligen Wahl von einem europäischen Aktienfond, einem Rentenfond und einem Mischfond sowie einer kleinen Anzahl von Telekompapieren, die ich sozusagen im Ausverkauf vor ein paar Jahren erworben habe, lassen sich – ohne dass ich mich aktiv darum kümmere – problemlos 13% mindestens p.a. machen. Ich finde das ausgesprochen attraktiv für die private Altersvorsorge (als Zusatz!).
Aber mit etwas Zeit, um sich in die Materie einzuarbeiten und die verschiedenen Stragtegien zu durchdenken, ist es spannend und lukrativ, sich mit Aktienwerten zu befassen. Die Vergangenheit hat mich gelehrt, dass wir nur bestraft werden, wenn wir nicht hingucken. Das ist die einzige Bedingung. Täglich schauen, abwägen und dann auch handeln. Sobald die persönlich abgesteckte Verlustgrenze erreicht ist: Abstoßen! Je nach Wert liegt sie bei mir zwischen 10 und 15 %. Aber jeder sollte sich darüber individuell Gedanken machen.
Allerdings sollte man eines immer beherzigen: NIEMALS die erstbesten Anlageempfehlungen der Anlageberater der Bank befolgen! Ich glaube, dass ich bislang noch nie den Mist gekauft habe, den die mir empfohlen haben. Damit bin ich bisher sehr gut gefahren. Abgesehen von der Tatsachen, dass die Jungs und Mädels ihre Provision für verkaufte Hausprodukte kassieren wollen, haben die oftmals nicht mal Ahnung von der Materie. In den meisten Fällen wird eh nur das wiedergekäut, was man auch am Vortag in der Regionalpresse lesen konnte.
Das bedeutet: Selber denken. Selber Wissen aneignen. Man gibt ja schließlich auch nicht sein Portemonnaie einem wildfremden Menschen. Wem ich mein Geld gebe, will ich genau wissen. Ich will auch wissen, was er voraussichtlich damit machen wird. Wenn ich mir einen genauen Überblick geschaffen habe, dann entschließe ich mich dazu zu handeln. Wie auch immer das aussehen mag.
Eigentlich ganz einfach, oder?