Butterblätterteig

  • February 27, 2007 09:48

Weshalb ich auf den Blog Wie Gott in Deutschland kam, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls stand da ein Eintrag über Butterblätterteig, welchen man im Bioladen erhalten kann. Vorgestern fuhr ich beim Alnatura vorbei und fand wider Erwarten eine Parklücke. Und siehe da: Es gab dort den besagten Butterblätterteig von der Firma Moin.

Zum Abendessen habe ich sodann gleich die Probe auf’s Exempel gemacht – einen Zucchini-Pilz-Quiche. Natürlich musste ich auch mal nur vom rohen Teig probieren.

Und: Ja, das isses! Ein himmelweiter Unterschied zu den anderen Fertigteigen tat sich da auf. Der Teig schmolz sogar ein wenig auf der Zunge dahin. Einfach gut.

Und der Quiche sah nicht nur besser als sonst aus – er schmeckte durch den butterigen Blätterteig auch noch viel besser!
Ich kann nur allen Menschen, die gerne Essen bereiten, empfehlen, bei Blätterteig keine Kompromisse mehr einzugehen und sich stante pede in den nächsten Bioladen zu begeben! :-)

Et voilà, ma quiche au four:

Ma quiche

Jiaozi – Gyoza Rezept

  • February 16, 2007 11:32

In China wird für Jiaozi ein simpler Teig aus Weizenmehl und Wasser hergestellt. Dort sind die Jiaozi mit dickerem Teig versehen und auch größer als die japanischen Gyoza. Die gedämpften Jiaozi werden in ein Gemisch aus Soja und Essig getunkt. Eine leckere Angelegenheit…

Ich wollte mich um den selbstgemachten Teig drücken und habe daher auf runde Wantan-Blätter aus dem Asialaden zurückgegriffen. Dabei kommen natürlich eher Gyoza heraus, was aber gebraten eine wahre Wonne ist! Die in Form geschnittenen Teigblätter kann man tiefgekühlt kaufen.

Für die Füllung habe ich etwa 130 g Schweinehack mit einem Viertel Weißkohl (bei kleinen Kohlköpfen kann man die Hälfte des Kopfes nehmen) vermischt. Der Weißkohl wird natürlich vorher sehr fein gehackt. Dazu habe ich ganz banalen Schnittlauch gegeben. Und weil ich so auf den chinesischen Ingwer-Geschmack abfahre, habe ich ein 2 cm großes Stück Ingwer fein gehackt und hinzugefügt. Das Ganze hat dann einen schönen Schuß Sherry abbekommen und eine Prise Chili sowie etwas Salz. Fertig.

Die Wantan-Blätter habe ich nacheinander gefüllt. Die eine Hälfte des Teigrandes mit Wasser bestreichen. Das geht hervorragend mit dem Zeigefinger, den man vorher in Wasser getaucht hat. In die Mitte kommt ein Klecks Füllung und dann wird Origami geübt!

Wenn alle Taschen fertig sind, wird eine große Pfanne auf höchster Stufe erhitzt und mit etwas Öl ausgestrichen. Die Gyoza werden mit dem “Kamm” nach oben zeigend darin platziert. Nach einer kurzen Anbratzeit habe ich etwas Wasser in die Pfanne gegossen. Nicht zu viel! – Die Gyoza sollen ja nicht wegschwimmen. Lieber immer wieder etwas nachgießen. Während das Wasser blubbert, habe ich den Pfannendeckel aufgelegt. Die Prozedur mehrmals wiederholen. Dabei sollen die Gyoza auf den Unterseite knusprig anbraten, aber nicht verbrennen! Das Wasser dient neben dem fettarmen Braten auch der schnelleren Garung der Füllung und Dämpfung des Teiges.

Die Teigtaschen werden während des Essens in Soja getunkt. Ich präferiere allerdings den oben beschriebenen Mix aus Soja und Essig.

Die angegebene Menge ist als Hauptspeise für 2 bis 3 Leute ausreichend. Man kann die Füllung auch noch durch mehr Kohlanteil strecken. Für die Vorbereitung und die Garzeit habe ich ungefähr 40 min benötigt. Also ist die Arbeitszeit wirklich überschaubar. Es hat sehr gut geschmeckt!

Steinbutt an Weintrauben

  • January 27, 2007 00:06

Der Pfiffi wog frisch 1,7 kg. Davon können in einem Menü 4 Leute satt werden. Aber wenn einzig der Butt auf dem Programm steht, werden 2 gute Esser davon satt. Obwohl… zugegebener Maßen werden auch 3 Personen von dem Fischli satt. Aber wenn schon, denn schon. So einen kapitalen Butt hat man nicht alle Tage auf dem Teller und wenn, dann will ich mich auch daran richtig satt essen. So viel zur Rechtfertigung der offensichtlichen Völlerei. ;-)

Als ich mich für den platten Jungen entschied, wollte ich zunächst ihn in Cidre mit Apfelscheiben im Ofen dünsten. Der Cidre war schon im Einkaufswagen, als ich rote, kernlose Trauben erspähte. Fern rückten da die Äpfel… dafür wanderte eine Packung Zitronenthymian in den Wagen.

Steinbutt im Ofen

Zuhause angekommen konnte ich mich gar nicht mehr so recht entscheiden… Also wählte ich folgende Variante (die “von-allem-ein-bisschen-Variante”):

Den Zitronenthymian stopfte ich dem Steinbutt in Maul und in die aufgeschlitze Stelle am Kiemen, außerdem bettete ich ihn auf dem Kraut. Ich habe einen Lorbeerstrauch auf dem Balkon, von dem ich sechs Blätter rupfte und auf und neben dem Fisch platzierte. Zum Dünsten mischte ich Gemüsebrühe mit dem lieblichen Cidre und übergoß meinen Butt damit. Auf des Fisches Rücken kamen dann noch vier Butterflocken. Die Weintrauben zupfte ich von der Rebe ab und verteilte sie in der Bratform auf dem, neben dem und teils im Fisch. Die Form deckte ich mit Alu ab. Danach ging es ab in den Ofen. Bei 225 °C habe ich den Steinbutt eine 3/4 Stunde gedünstet. Anschließend nahm ich die Folie ab und habe ihn nochmals mit dem Sud übergossen und noch weitere 10 min im Ofen gelassen.

Die Beilage fiel eher spärlich aber dafür schlichtweg lecker aus. Salzkartoffelspalten mit “beurre noir” – karamellisierter Butter. Fertig war der Abendschmaus.

Das Tolle am Fisch ist, dass er so unkompliziert zubereitet werden kann. Mit wenig Aufwand erreicht man ein Maximum an Geschmack. Dabei ist jedoch frische Ware Bedingung. Metro ist hierfür eine sehr gute Adresse, wenn man nicht gerade am Hamburger Hafen oder in Niendorf vom Kutter kauft.

Steinbutt auf Teller angerichtet