Doraden auf Fenchelbett mit Rosmarinbutter

  • March 17, 2007 13:15

Glücklicherweise bin ich im Besitz einer METRO-Kundenkarte und kann dort gute Fischqualität einkaufen. Anderenfalls sollte man es lieber lassen, wenn man sich die Lust auf Fisch nicht verderben will. In den Geschäften liegt in der Regel bereits graues Fischfilet und Tiere mit blinden, eingedrückten Augen. Da bekomme ich das heilige Grausen offengestanden.

Nun gut – genug gelästert.

Für das selbst erdachte Rezept benötigt man pro Person eine Dorade rose oder royal. In die Auflaufform gebe ich zwei bis drei in dünne Längsscheiben geschnittete Fenchelknollen. Die Doraden wasche ich nochmals aus und stopfe ihnen frische Rosmarinzweige und Zitronenviertel in den Bauch und in die Kiemen. Die Fische werden dann mit Olivenöl und Fleur de Sel eingerieben und auf dem Fenchel platziert. Darüber gieße ich etwas Gemüsebrühe und Weißwein oder einen kleinen Schuß Pastis. Vorerst decke ich die Form mit Alufolie ab und schiebe das Ganze bei 200° bis 220°C in den vorgeheizten Ofen. Nach ca. 30 Minuten – je nach Fischanzahl ggf. auch länger- nehme ich die Folie ab und lasse den Fisch etwas bräunen. In Zeitangaben bin ich mal wieder nicht gut… Das Gefühl sollte auch hier wieder sprechen.

Aber das Wichtigste sind doch die Kartoffeln mit Butter zum Fisch! (Für mich…) Wann kann man denn schonmal ganz legitim einen Schwung zerlassender Butter mit Salzkartoffeln essen? Nur beim Fisch oder Spargel.

Auch hier nehme ich wieder kleine und sehr dünnhäutige Kartoffeln, weil ich die Haut nicht abpelle sondern mitesse. Für die Butter nehme ich bei 6 Personen 250g französische Butter demi-sel und packe 3 bis 4 frische Rosmarinzweige dazu. Die Butter koche ich richtig auf, so dass auch das Chlorophyll der Rosmarinnadeln in die Butter übergeht. Kurz vor dem Servieren gieße ich die Butter durch ein Sieb, damit die Nadeln herausgefiltert werden.

Dazu schmeckt ein frischer Rosé aus der Provence.

China gesammelte Eindrücke

  • March 7, 2007 16:23

Fuer die ersten Tage sollen hier kurz meine ersten Eindruecke von China dargestellt werden. Fuer die Anschaulichkeit und weil es deutlich einfacher ist sei verziehen, dass einige der Anmerkungen vorurteilsbeladen und pauschal klingen und sein moegen:

Chinesen spucken auf den Boden und ziehen den Schleim laut hoch.

Es ist eigentlich ein Wunder, dass weder Juju noch ich bisher etwas von dem abbekommen haben, was die Chinesen “buchstaeblich” alle Nase lang von sich geben. :-) Das lautstarke Spucken erfolgt vollkommen unverhohlen und normal. Dabei fuehlen die Chinesen auch dann keine Scham, wenn man Sie dabei beobachtet. Auch Frauen spucken.

Ampeln zeigen auch in China an, wie lange die rot- oder gruen-Phase noch dauert.
Eine Innovation, die mir schon im Japan positiv aufgefallen ist, findet sich auch in China. Hier kann man auf einer Ampel neben rot und gruen auch eine Anzeige verfolgen, die die Sekunden bis zum naechsten Farbenwechsel herunterzaehlt. Aus “Usability”-Gesichtspunkten und zur Beruhigung der Vekehrsteilnehmer ist das meines Erachtens sehr hilfreich. In China fahren wir naemlich auf nicht stark frequentierten Kreuzungen unabhaengig von den Ampelfarben rueber … :-)


Autofahren nach dem Motto “Ich hupe also bin ich!”
Wer schon in Deutschland ein schlechter Beifahrer ist und am liebsten immer selbst ins Steuer des Fahrers greifen wuerde, sollte in China am besten nicht in ein Taxi steigen. In Taxen gibt es naemlich keine Anschnallgurte und definitiv ausser Strassenkunde keine sonstige Ausbildung fuer die Taxi-Fahrer. “Wie ein Henker fahren” bekommt hier eine plastische Bedeutung. Fahrbahnmarkierungen werden grundsaetzlich ignoriert. Zwischen zwei Autos auf zwei Spuren passt immer noch ein hupendes Taxi durch. :-)

Ruecksicht auf Fahrradfahrer oder gar Fussgaenger ist auch unueblich. Ein lautes Hupen kuendige die Annaeherung an. Nicht selten lassen sich Fahrradfahrer davon nicht irritieren *mutig!*. Aber dann kann man ja noch schnell das Steuer herumreissen und den Ignoranten umkurven. Cool ist auch die Fahrt mit 40 Sachen auf eine undurchdringlich erscheinende Menge Menschen. Dauerhupen fuehrt zu einer Schneise mit 25 cm rechts und links, die man noch mit 25 durchfahren kann. Aber nicht dass einer denkt, irgendeiner wuerde sich darueber aufregen. Geuebt ist geuebt. :-)

China ist tatsaechlich so guenstig, wie es beschrieben wird.
Es gibt in China tatsaechlich nichts, was wirklich teuer ist. Gut beschreiben kann man das Preisverhaeltnis von Waren vielleicht so, dass man sich am hochfrequentierten Ort den deutschen Aldi-Preis fuer ein Produkt vorstellt. Eine Packung mit 500 g Schoko-Kugeln kostet im 4-Sterne-Hotel dann eben 80 Euro-Cent. Inmitten den Tiefen der verbotenen Statt in Peking mit 2 km rundherum keinem Laden kostet das eigentlich 20 Cent teure Wasser dann 40 Cent.

Abendessen mit frischem Fisch und 5 verschiedenen Gerichten und Gaengen inkl. Getraenke ist fuer 22,00 Euro zu haben. Ein vergleichbarer Preis fuer einen so guten und frischen Fisch wuerde ich in Deutschland fuer 2 Personen mit allem drum und dran bei 125,00 Euro taxieren.
Wir haben auch schon gut zu zweit fuer 6 Euro gegessen. Ein Faktor 3-8 fuer den Preisunterschied bei Restaurantbesuchen ist vermutlich nah an der Realitaet.

Keine Qualitaetsgarantie
Allerdings muss man alle Ansprueche und Erwartungen an Qualitaet und Zuverlaessigkeit hinten anstellen. Die Schokokugeln im 4-Sterne-Hotel zum Beispiel klebten alle in einem Klumpen zusammen, weil Sie zwischenzeitlich wohl schon einmal geschmolzen waren. Entsprechend sah die Schokolade aus. In Restaurants haben Juliane und ich inzwischen schon mehrfach nur kurz probierte Essen komplett stehen lassen. Bis etwas wie “Qualitaetsstandards” existieren wird es hier wohl noch etwas dauern.

Man kann wirklich von jedem ein Plagiate und Fake-Produkt kaufen.
Beliebte Marken sind Louis Vuitton, Nike, The North Face, Boss, Adidas, …
Besonders interessant sind die Fakes “Boss Babi”, “Bosson”, “Gillehne” (anstelle Gillette) und Nachbauten von BMW und Co.

Arbeitszeit scheint in China tatsaechlich gar nichts Wert zu sein.
Dienstleistungen sind spottbillig. Fuer alles und jedes gibt es jemanden. Am auffaelligsten sind natuerlich die Horden von Besenkehrern, Muellaufsammlern und sonstigen Strassendienstleistern (Wasserverkaeufer, Schwarzmarkthaendler, Schuhputzer, …). Heute ist fuer stolze 5 Euro jemand von unserem Hotel etwa 4 Kilometer zum Bahnhof fuer uns gefahren und hat Bahnfahrkarten fuer uns gekauft. Das war wirklich sehr hilfreich und in Deutschland vermutlich nicht bezahlbar. Trinkgeld ist in China uebrigens nicht ueblich. Schon mehrmals wurden wir angewiesen, doch bitte unser Wechselgeld in Empfang zu nehmen.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sind in China Fremdwoerter.
Es gibt keine Gelaender, keine Sicherungen fuer Hochbauarbeiten und keine Schutzbrillen bei Schweissarbeiten. Die Chinesen arbeiten rund um die Uhr. Auch nachts werden bei Beleuchtung unvermindert Arbeiten verrichtet, die in Hotel-nahen Gebieten aber wohl geraeuscharm sein sollen.

Butterblätterteig

  • February 27, 2007 09:48

Weshalb ich auf den Blog Wie Gott in Deutschland kam, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls stand da ein Eintrag über Butterblätterteig, welchen man im Bioladen erhalten kann. Vorgestern fuhr ich beim Alnatura vorbei und fand wider Erwarten eine Parklücke. Und siehe da: Es gab dort den besagten Butterblätterteig von der Firma Moin.

Zum Abendessen habe ich sodann gleich die Probe auf’s Exempel gemacht – einen Zucchini-Pilz-Quiche. Natürlich musste ich auch mal nur vom rohen Teig probieren.

Und: Ja, das isses! Ein himmelweiter Unterschied zu den anderen Fertigteigen tat sich da auf. Der Teig schmolz sogar ein wenig auf der Zunge dahin. Einfach gut.

Und der Quiche sah nicht nur besser als sonst aus – er schmeckte durch den butterigen Blätterteig auch noch viel besser!
Ich kann nur allen Menschen, die gerne Essen bereiten, empfehlen, bei Blätterteig keine Kompromisse mehr einzugehen und sich stante pede in den nächsten Bioladen zu begeben! :-)

Et voilà, ma quiche au four:

Ma quiche