Jiaozi – Gyoza Rezept

  • February 16, 2007 11:32

In China wird für Jiaozi ein simpler Teig aus Weizenmehl und Wasser hergestellt. Dort sind die Jiaozi mit dickerem Teig versehen und auch größer als die japanischen Gyoza. Die gedämpften Jiaozi werden in ein Gemisch aus Soja und Essig getunkt. Eine leckere Angelegenheit…

Ich wollte mich um den selbstgemachten Teig drücken und habe daher auf runde Wantan-Blätter aus dem Asialaden zurückgegriffen. Dabei kommen natürlich eher Gyoza heraus, was aber gebraten eine wahre Wonne ist! Die in Form geschnittenen Teigblätter kann man tiefgekühlt kaufen.

Für die Füllung habe ich etwa 130 g Schweinehack mit einem Viertel Weißkohl (bei kleinen Kohlköpfen kann man die Hälfte des Kopfes nehmen) vermischt. Der Weißkohl wird natürlich vorher sehr fein gehackt. Dazu habe ich ganz banalen Schnittlauch gegeben. Und weil ich so auf den chinesischen Ingwer-Geschmack abfahre, habe ich ein 2 cm großes Stück Ingwer fein gehackt und hinzugefügt. Das Ganze hat dann einen schönen Schuß Sherry abbekommen und eine Prise Chili sowie etwas Salz. Fertig.

Die Wantan-Blätter habe ich nacheinander gefüllt. Die eine Hälfte des Teigrandes mit Wasser bestreichen. Das geht hervorragend mit dem Zeigefinger, den man vorher in Wasser getaucht hat. In die Mitte kommt ein Klecks Füllung und dann wird Origami geübt!

Wenn alle Taschen fertig sind, wird eine große Pfanne auf höchster Stufe erhitzt und mit etwas Öl ausgestrichen. Die Gyoza werden mit dem “Kamm” nach oben zeigend darin platziert. Nach einer kurzen Anbratzeit habe ich etwas Wasser in die Pfanne gegossen. Nicht zu viel! – Die Gyoza sollen ja nicht wegschwimmen. Lieber immer wieder etwas nachgießen. Während das Wasser blubbert, habe ich den Pfannendeckel aufgelegt. Die Prozedur mehrmals wiederholen. Dabei sollen die Gyoza auf den Unterseite knusprig anbraten, aber nicht verbrennen! Das Wasser dient neben dem fettarmen Braten auch der schnelleren Garung der Füllung und Dämpfung des Teiges.

Die Teigtaschen werden während des Essens in Soja getunkt. Ich präferiere allerdings den oben beschriebenen Mix aus Soja und Essig.

Die angegebene Menge ist als Hauptspeise für 2 bis 3 Leute ausreichend. Man kann die Füllung auch noch durch mehr Kohlanteil strecken. Für die Vorbereitung und die Garzeit habe ich ungefähr 40 min benötigt. Also ist die Arbeitszeit wirklich überschaubar. Es hat sehr gut geschmeckt!

Chinesen im Internetcafé

  • February 10, 2007 22:20

Hier mal eine Auflistung, was die Chinesen in einem Internet-Cafe so machen. Je weiter oben die Nennung ist, desto haeufiger die Aktivitaet:

- Filme angucken
- Computer-Spiele spielen (besonders “World of Warcraft” und ein Rennspiel, dass Super-Mario-Kart sehr aehnelt)
- nichts (Das ist wirklich merkwuerdig. Aber viele gucken auch nur, was die anderen machen.) :-)
- Chatten (Viel weniger als in Deutschland habe ich das Gefuehl.)
- Surfen (nur einer von etwa 70 Anwesenden.)

Was am krassesten ist, ist, dass keiner der Anwesenden im Alter zwischen 15 und 30 (meist maennliche Besucher) das Internet in einer Art und Weise nutzt, die man als sinnvoll bezeichnen koennte. Keiner liest. Keiner recherchiert. Keiner hat eine Suchmaschine offen. Keiner liest Nachrichten. Keiner hat E-Mails gelesen oder beantwortet. Zwar wird bei World-of-Warcraft viel ueber das Mikrophon kommuniziert, aber der kommunikative Anteil beschraenkt sich ganz offensichtlich auf das gemeinsame Spielen.

Das Bild hier ist aus einem Internetcafé in Jinan.

Shandong Airline und die Suche nach Essen

  • February 3, 2007 20:22

Wir sind im Flugzeug von Zhengzhou nach Jinan geflogen. Das war dann schon etwas mulmig, wenn man keine Rettungswesten hat, der Kapitaen einen selbst begruesst und der Flieger nur aus 13 Reihen besteht und man selbst in Reihe 13 sitzt. Naja, wir sind heil gelandet. :-)

Das Gesetz der Dreierreihe hoffen wir nun essenstechnisch durchbrochen zu haben. Seit gestern Abend haben wir mit der Auswahl der Speisen irgendwie kein Glueck mehr. Zunaechst suchten wir in Zhengzhou ein vom Lonely Planet empfohlenes Restaurant, was es aber anscheinend nicht mehr gab. Die Suche nach der entsprechenden Hausnummer fuehrte zu nichts, weil es keine wirklichen Hausnummern dort gab. Keiner kannte zumindest seine entsprechende Nummer.

Also sind wir in irgendein Etablissement, das einigermassen aussah gegangen. Ungluecklicherweise haben wir nur Sachen ausgesucht, die man entweder vor Schaerfe oder vor aesthethischen Bedenken nicht essen konnte und wollte. Auch der letzte Akt der Verzweiflung
(Rindfleisch nicht scharf) war nicht erfolgreich – sehniges und zaehes Fleisch. Aber Bratreis kann auch etwas Gutes sein. Als jedoch ein kleiner Junge neben uns anfing auf den Boden zu pinkeln und die Lache expandierte, war auch der letzte Anflug von Hunger vorbei.
Da wir dann heute morgen mal wieder kein Fruehstueck hatten, haben wir am Flughafen Zhengzhou etwas zu Mittag gegessen. Vertrocknete Baconstrefen mit Chili und Sichuanpfeffer, wonach wir Feuer spuckten. Nudelsuppe mit Krankenhauscharme und Huehnchen mit Erdnuessen, was nicht schlecht war aber beinahe im Fett davongeschwommen waere.

In Jinan hatten wir schliesslich eineinhalb Std. Zeit bis unser Zug nach Taian fahren sollte. Die Zeit nutzen wir zur Nahrungsaufnahme in einer chinesischen Interpretation von Meckes: Happy Tom. Gleiche Farben und ein Clown als Zeichen wie McDonalds. Wir hatten es bei der Auswahl unserer Burger nicht leicht da alles solala auf der Karte aussah. Aber schließlich hatten wir unsere Bestellung aufgegeben. Fazit der Fast Food Erfahrung: Es geht nichts ueber einen guten McDonalds Burger. Und jetzt sitzen wir in unserem Hotelzimmer, dass angeblich ein Nichtraucherzimmer ist, aber im Teppich zahlreiche Brandflecken aufweist. Haben die Nichtraucher mal wieder aus angeweile
gekokelt, was?